Biographische Notizen zum Aufbruch 1989
Gespräch mit Heinz Vietze und Stefan Reiche, Brüssel, Sa. 7. Nov. 2009, 19:00 Uhr
20 Jahre sind vergangen, seit die Mauer in Berlin fiel. 20 Jahre, in denen die deutsche Einigung als ein stetiger Prozess stattfand - und immer noch stattfindet. Welches waren die Hoffnungen damals – was hat sich davon erfüllt und welche Enttäuschungen mussten verarbeitet werden? Was ist das Neue, das sich herausgebildet hat? Heinz Vietze, vor 20 Jahren noch Parteisekretär der SED in Potsdam, heute Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung erzählt über Erfahrungen und Einsichten aus der Zeit des Aufbruchs.
Heinz Vietze ist Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Steffen Reiche ist ehemaliger Minister in Brandenburg
Bericht
20 Jahre sind vergangen, seit in Berlin die Mauer fiel. 20 Jahre, in denen die deutsche Eini-gung als ein stetiger Prozess stattfand - und immer noch stattfindet. Welches waren die Hoffnungen damals – was hat sich erfüllt und welche Enttäuschungen mussten verarbeitet werden? Was ist das Neue, das sich herausgebildet hat?
Persönliche Erinnerungen und Reflektionen zum Herbst 1989 standen im Mittelpunkt eines moderierten Gesprächs, das am 7. Dezember 2009 in den Räumen der Rosa Luxemburg Stif-tung statt fand. Heinz Vietze, vor 20 Jahren noch Parteisekretär der SED in Potsdam, heute Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Steffen Reiche, 1989 Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP) und später Minister in Brandenburg, spra-chen über Erfahrungen und Einsichten aus der Zeit des Aufbruchs.
Im Dialog der beiden Zeitzeugen ging es nicht nur um die Einschätzungen der Lage am Vor-abend des Mauerfalls und die sich überschlagenden Ereignisse in den Tagen nach dem 9. November. Im Mittelpunkt standen vor allem auch um die langen Kämpfe der ersten Jahres-hälfte 1990. In den ersten Wochen und Monaten stand keineswegs fest, ob die DDR nicht doch weiter bestehen würde und mit welchem politischen und wirtschaftlichen Modell. Wie würde sich das nicht minder in Turbulenzen geraten internationale Umfeld entwickeln, und welche Akteure würden den Erhalt des alten Staats oder die Integration in die BRD über-nehmen würden?
Sowohl Vietze als auch Reiche beschrieben die in dieser Auseinandersetzung entstandenen Verletzungen und die Orientierungslosigkeit, die damals weite Teile der politischen Elite und der Bevölkerung erfasst hatte. Gleichzeitig betonten aber auch beide Politiker die mit diesem Wandel verbundenen Hoffnungen und ihre persönliche Freude darüber, an einem solch dynamischen politischen Projekt mit offenem Ausgang mitgewirkt zu haben.
Ort: Rosa Luxemburg Stiftung, Ave. Michel-Ange 11, 1000 Brussels
Sprache: Deutsch
Organisation: Rosa Luxemburg Stiftung Büro Brüssel
Kontakt: striethorst@rosalux-europa.eu
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