Bürger beobachten das Militär
Expertengespräch, Brüssel, 7. Dezember 2009, 16:00 Uhr
Drohnen und Sensorwaffen werden die Kriegsführung der Zukunft eindeutig bestimmen. Seit den 1970er Jahren haben viele Streitkräfte unbemannte Luftfahrzeuge (Drohnen, Unmanned Aerial Vehicles, UAV) zur Aufklärung eingesetzt; inzwischen werden sie von über 50 Ländern entwickelt, hergestellt oder genutzt. Seit einigen Jahren gibt es den Trend, sie zu bewaffnen. Die USA bekämpfen Gegner in Irak, Afghanistan und Pakistan mit den pilotenlosen Flugzeugen, die von einer Zentrale in den USA aus ferngesteuert werden. Die Entscheidung, wer oder was ein Ziel ist bzw. angegriffen wird, wird auf Grund des per Satellit übermittelten Videobildes getroffen, was problematisch erscheint auch im völkerrechtlichen Sinne, da die Gefahr unterschiedsloser Angriffe (verboten durch Genfer Konvention) besteht.
Prototypen von Kampfflugzeugen sind in verschiedenen Ländern in Entwicklung, u.a. auch in Deutschland. Die Bundeswehr wird Drohnen beschaffen und setzt sie bereits in Afghanistan ein. Hunderte Zivilisten sind bereits unterschiedslosen Angriffen mit Drohnen zum Opfer gefallen. In Pakistan sind z.B. seit 2006 als Folge von mindestens 50 Angriffen mit Drohnen über 700 Zivilisten und vergleichsweise 14 Al-Kaida Führer getötet worden.
Perspektivisch sollen bewaffnete unbemannte Fahrzeuge/Systeme ihre Ziele autonom aussuchen und bekämpfen. Leistungsfähige Waffensysteme ohne Besatzung an Bord sollen den Streitkräften erhebliche Vorteile bieten. Bei umfassender Einführung sind jedoch Gefahren abzusehen.
Das Aktionsbündnis Landmine.de hat Hersteller von UAV und Sensorwaffen auf internationalen Rüstungsmessen beobachtet und dokumentiert. Zudem wurden von Drohnen verursachte Unfälle mit Zivilisten gesammelt und ausgewertet. Erste Ergebnisse wurden in einem Workshop der Rosa Luxemburg Stiftung am 7. Dezember 2009 in Brüssel vorgestellt.
Referenten: Thomas Küchenmeister und Jan Schulz, Aktionsbündnis Landmine.de
Ort: Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel
Organisation: Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel
Kontakt: Marlis Gensler
Bücher
A post-capitalist paradigm: The Common Good of Humanity
Ed. François Houtart and Birgit Daiber, 2012 (English, Spanish)
mehr ►Politischer Kalender
17. - 20. Mai 2012 | Erfurt
BUKO 34
mehr ►17. - 19. Mai 2012 | Frankfurt am Main
Blockupy Frankfurt for a Global Change
mehr ►20. - 22. Juni 2012 | Rio de Janeiro
Cumbre de los Pueblos Rio+20
mehr ►20. Juni 2012 | Brüssel
Rio+20 - Global Day of Action
26. - 27. Juni 2012 | Brüssel
Setting the Agenda: launching the Alternative Trade Mandate Campaign
mehr ►05. - 15. Juli 2012 | Mittelmeer
Boats4People
mehr ►13. - 22. Juli 2012 | Köln
No Border Camp Köln
mehr ►22. - 24. November 2012 | Berlin