Thomas Schulz: Neuropäisch
Rosas Salon, Brüssel, Mi. 21. Okt. 2009, 18:00 Uhr
Vom Eiskeller zur Osterweiterung
Der Berliner Künstler Thomas Schulz verbindet in seinen Werken Video-, Ton- und Bildarbeiten, die sich mit dem Thema der Erweiterung Europas beschäftigen. Seine Arbeiten sind sehr eindrucksstark, da sie nicht nur visuell Reize, sondern auch klangliche Elemente beinhalten. Schulz gestaltete seinen Vortrag durch eine Mischung von Ausschnitten aus seinem Gesamtprojekt, dem Film „Neuropäisch“ und Erläuterungen, die sein Thema und dessen Hintergründe näher erklärten.
Die Globalisierung und Europäisierung sind das Hauptthema seiner Arbeiten. Schulz begann seine Präsentation mit filmischen Streifzügen an der Grenze in Berlin bis hin zur Klangbespielung der Mauer. Die Bespielung der Mauer ließ ihn herausfinden, dass diese brüchig war und einige Jahre später fiel sie. Ein erster Schritt zum Umbruch Europas war getan.
Weiter führte Schulz aus, dass durch die Globalisierung auch chinesische Krabben bis in das Havelland getragen wurden und diese den Einheimischen nun auch eine neue Lebensgrundlage bieten.
Der Eurotunnel, die Untergrabung des Meeres zwischen England und Frankreich, ist ein weitere „Baustelle“, die seinen Fokus genießt. Diese weitere Vernetzung von Europa hat einen sozialen Einschlag. Die Einheimischen an der französischen Küste werden durch Flüchtlinge ersetzt, die eigentlich nach England gelangen wollen. Schulz zeigte Fotos vom Friedhof Sangatte, der wegen der Tunnelarbeiten versetzt wurde, genau wie es mit der einheimischen Bevölkerung passierte, „die ausstirbt“.
Zuletzt präsentierte Schulz eine Klanginstallation aus dem Europaparlament. Das Stimmgewirr der Einzelnen wird zusammengeführt und verschmilzt, wie auch die Bevölkerung Europas und der ganzen Welt, zu einem großen Ganzen.
Thomas Schulz verdeutlicht durch seine Kunst eindrücklich die verschiedenen Etappen der Europäisierung / Globalisierung. Er macht auf die schon früh erkennbaren Zeichen (Mauer) aufmerksam und lässt einen jeden noch einmal über die in der eigenen Vergangenheit liegenden Anzeichen für die jetzige Situation nachdenken. Thomas Schulz beleuchtet zudem beides, die positiven und die negativen Effekte der Europäisierung. Es bleibt dem Publikum selbst überlassen, die Zeichen zu deuten und die Zukunft Europas zu steuern.
Datum und Zeit: 21. Okt. 2009, 18:00 Uhr
Ort: Rosa Luxemburg Stiftung, Ave. Michel-Ange 11, 1000 Brüssel
Kontakt: Marlis Gensler
Weiterführende Informationen:
>> Film Arbeitsplatz Europa
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