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Glossar

Roma


Jeeps, Schusswaffen und Karten, auf denen die Häuser ihrer Opfer aus der Roma-Minderheit markiert waren, fand die Polizei bei der Festnahme von vier Tatverdächtigen bei einer groß angelegten Polizeiaktion Mitte August 2009 in Debrecen in Nordungarn. Der bekannteste Anschlag dieser Gruppe fand im Februar dieses Jahres statt, als sie ein Haus in Brand setzen und einen Vater mit seinem fünf jährigen Sohn erschossen, als diese sich aus dem brennenden Haus retten wollten (TAZ vom 25. August 2009).

 

Auch wenn dieser Anschlag einen traurigen Höhepunkt der europäischen Mehrheitsgesellschaften auf die Roma-Minderheit darstellt, reicht die Verfolgung der Roma weit zurück. Nach dem Völkermord an den Roma durch die Nazis im 2. Weltkrieg wurden sie unvermindert weiter verfolgt. Man strebte nun nicht mehr ihren physischen Tod, sondern „nur noch“ ihren sozialen Tod an – durch das Zerstören ihres sozialen Zusammenhaltes. In vielen Ländern Europas wurden hunderte Kinder ihren Eltern entrissen, selbst Jugendliche zwangssterilisiert. In Schweden fanden Zwangssterilisierungen bis 1975 statt und in der Schweiz waren noch 1988 hunderte Roma in Kliniken eingesperrt. Die sozialistischen Staaten Europas griffen nicht minder in die Rechte der Roma ein, indem diese zwangsweise sesshaft gemacht werden sollten. Die schlimmste Katastrophe für die Roma-Gemeinschaft seit dem zweiten Weltkrieg waren die ethnischen Säuberungen gegen Roma durch Albaner im Kosovo 1999, nachdem die jugoslawischen Truppen aus dem Kosovo durch den Angriff der NATO vertrieben worden waren. Der Bericht der EU-Kommission über die „Situation der Roma in der erweiterten Europäischen Union“ geht davon aus, dass heute „vier Fünftel der Roma-Bevölkerung des Kosovo au